Rechtschreibung

Keine Pizza auf der Piazza

Eine richtige Rechtschreibung kann im Alltag entscheidend sein.

Eine richtige Rechtschreibung kann im Alltag entscheidend sein.

Rechtschreibung mag für den Inhalt eines Textes unwichtig sein. Doch wer viele Fehler macht, hinterlässt automatisch einen schlechten Eindruck, der wiederum entscheidend sein kann. Ein Kommentar von Sabine Kuster.

Es ist nicht wichtig, ob korrekt geschrieben wird, Hauptsache, dass geschrieben wird. Dieser Grundsatz zu Beginn der Schulkarriere ist richtig. Gott sei Dank sind die Zeiten vorbei, in welchen Kinder zwar Paket und Päckchen korrekt schrieben, dafür vor lauter Drill keinen eigenständigen, originellen Text zustande brachten.

Wenn aber auch die Lehrer auf der Mittelstufe Rechtschreibung nicht genügend erklären und Oberstufenlehrer davon ausgehen, dass die Regeln bekannt sind, dann wirkt sich das bis hin zum Bewerbungsschreiben voller Fehler aus.

Im Rahmen der Recherche zur Rechtschreibfähigkeit der Schweizer Schüler sagte ein Handelsschullehrer: «Wer dass und das verwechselt, dessen Bewerbung landet auf der Beige B.» Rechtschreibung mag für den Inhalt eines Textes unwichtig sein, doch zwischen den Zeilen erhält der Leser vom Verfasser automatisch einen schlechten Eindruck.

Vielleicht stimmt es, dass die Kinder sich durchs SMSlen auf Schweizerdeutsch Wortbilder weniger einprägen können als mit Briefeschreiben auf Hochdeutsch. Bei dass/das oder ihn/in hilft jedenfalls auch das Rechtschreibprogramm nicht weiter. Und wer, statt den Text noch mal selber sorgfältig zu lesen, dem Computer vertraut, lässt Vertipper stehen. Dann heisst es Kino statt Kind oder Pizza statt Piazza.

In einer oberflächlichen Zeit ist die Verpackung umso wichtiger, und mangelnde Rechtschreibung ist eine unschöne Verpackung für einen Text. Dabei sind die Regeln nicht kompliziert: Vor langen Vokalen wie bei Paket kein ck. Packen wirs an.

sabine.kuster@azmedien.ch

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