Glosse

Kampfjets fürs Rahmenabkommen: Ein perfekter Kuhhandel?

Der Tauschhandel wäre perfekt: Die Schweiz kauft Frankreich Kampfjets ab und beschert dem gebeutelten Land Einkünfte. Dafür legt Frankreich ein gutes Wort bei der EU ein bezüglich Rahmenabkommen. Könnten diese Frotzeleien Realität werden?

Place de la Concorde, 14. Juli, französischer Nationalfeiertag. Bundesrat Alain Berset steht an der Seite von Emmanuel Macron. Über ihren Köpfen donnert ein Geschwader französischer Rafale-Kampfjets hinweg. «Schöne Flieger habt ihr da. Sollen wir euch ein paar davon abkaufen?», sagt Berset, während er nach oben schaut. «T’es ­serieux? Das wäre génial!», entfährt es dem französischen Präsidenten. Seine Augen funkeln. «Warum nicht? Du müsstest uns halt einfach bei diesem Rahmenabkommen etwas entgegenkommen», antwortet Berset. Das Augenzwinkern ist perfekt getimt.

In Macrons Kopf beginnt es zu rattern: Sechs Milliarden Franken, pünktlich auf dem Konto, dazu Betriebskosten von zwölf Milliarden, verteilt über die nächsten Jahre, macht 18 Milliarden. Das würde ein paar gute Schlagzeilen hergeben. «Ein grosser Sieg für Frankreich!» Donald mit seiner F-35 könnte einpacken. Aber was will die Schweiz dafür? Soll Frankreich auf die Hunderte Millionen Euro verzichten, die ihm für die arbeitslosen Grenzgänger zustünden? Oder will sie, dass die Übernahme der Unionsbürgerrichtlinie gleich ganz gestrichen wird? «Hmm… on va en discuter!», schliesst der Präsident und klopft Berset auf die Schulter.

Die Feierlichkeiten im Video:

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Natürlich ist das alles frei erfunden. Natürlich lässt sich Macron nicht so plump einsacken. Monsieur hat Moral und Prinzipien, schon klar. Aber: Warum nicht mal unverdächtig einen Luftballon steigen lassen? Falls die Schweizer im Herbst Ja zum neuen Kampfjet sagen, stellt sich die Typen-Frage ohnehin. Dann könnte es Zeit werden für ein paar «Kreuzkonzessionen», wie das in der Politik heisst. Grenzen setzt nur die Fantasie – n’est pas?

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