In den letzten vier Jahren haben das Kantonsspital Aarau (KSA) und die Hirslanden Klinik in der Herzchirurgie gut zusammengearbeitet. Das bestätigen Vertreter der Spitäler, des Kantons und Politiker unisono. Um so überraschender ist die Ankündigung des KSA, die Vereinbarung mit Hirslanden aufzulösen und ab 2020 eine Kooperation mit dem Unispital Basel einzugehen.

Damit gerät die Regierung in eine Zwickmühle. Einerseits muss sie als Regulationsbehörde objektiv und unparteiisch entscheiden, wer den Leistungsauftrag für die Herzchirurgie erhält. Andererseits vertritt sie den Kanton als alleinigen Besitzer des Spitals. Das KSA kündigt an, von der Herzchirurgie würde der Aargau finanziell profitieren. Wie lukrativ Herzoperationen in Aarau für KSA und Kanton wären, ist schwierig zu beurteilen. Klar ist aber: Kampflos wird die Hirslanden Klinik ihren Leistungsauftrag nicht abgeben.

Ob im nächsten Sommer schon klar ist, wer künftig Herzoperationen im Aargau anbieten darf, ist sehr fraglich. Wahrscheinlicher ist ein langwieriges Rechtsverfahren, bei dem eine konfliktträchtige Situation entstehen könnte. Bis ein definitiver Entscheid vorliegt, müsste das KSA, das einen neuen Partner will, mit Hirslanden, die sich vor den Kopf gestossen fühlt, wohl weiter zusammenarbeiten. Bei aller Professiona- lität, die man von den Beteiligten erwarten kann: Eine solche Zwangsehe auf Zeit ist heikel und dürfte bei den Patienten nicht gut ankommen.