Milchgold

Käse-Schummelei zerstört Vertrauen

Die Milchgold Käse AG verursacht erneut Negativschlagzeilen.

Die Milchgold Käse AG verursacht erneut Negativschlagzeilen.

Die Freiämter Käserei Milchgold hat Vorschriften in der Emmentaler-Produktion nicht eingehalten. Der Kommentar.

Wer im Laden einen Bio-Salat, Freiland-Eier, nachhaltig gefangenen Fisch oder Natura Beef kauft, verlässt sich darauf, dass die meist teuren Produkte den Vorgaben der Labels entsprechen, die sie tragen. Ist das nicht der Fall oder gibt es nur schon Zweifel daran, wie zuletzt beim MSC-Label für den Fischfang, schwindet das Vertrauen der Kundinnen und Kunden rasch.

Dasselbe gilt auch im Fall der Käserei Milchgold: Zuerst bezog das Unternehmen unrechtmässig 1,1 Millionen Franken an Bundessubventionen, nun wird eine Schummelei bei der Emmentaler- Produktion publik. Ob dies strafrechtliche Folgen hat, ist noch offen, bei der Staatsanwaltschaft läuft ein Verfahren wegen möglichen Betrugs. Emmentaler Switzerland führt im Fall Milchgold eine Untersuchung durch. Beides sind laufende Verfahren, Ergebnisse stehen noch aus – klar ist aber: Gleich tonnenweise musste vermeintlicher Emmentaler als Schmelzkäse verkauft werden.

Aufgrund der heutigen Informationen ist kein Käse als Emmentaler verkauft worden, der nicht den Qualitätsvorgaben entsprach. Konsumenten wurden also nicht getäuscht, zudem hat Milchgold die Vorschriften offenbar nur im Dezember 2017 verletzt. Entdeckt wurden die Verstösse allerdings eher zufällig durch das Bundesamt für Landwirtschaft und nicht direkt durch die Zertifizierungsstelle. Emmentaler Switzerland muss alles Interesse haben, den Fall restlos aufzuklären. Nur schon der Verdacht, dass der vermeintlich zertifizierte, teure Emmentaler im Kühlregal eigentlich günstiger Schmelzkäse ist, zerstört das Vertrauen der Kunden.

fabian.haegler@chmedia.ch

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