Noch ist nichts entschieden. Aber es zeigt sich: Die an sich unbestrittene Reform der Berufsschulen bleibt im Aargau eine schwierige Angelegenheit. Das hat sicherlich vor allem mit regionalen Befindlichkeiten zu tun: Die Regionen wehren sich oft überaus emotional und ohne Angaben von stichhaltigen pädagogischen Gründen dafür, dass sie ihre Schulen und Abteilungen möglichst behalten können.

Die Berufsschulen haben jahrzehntelang durch ihre komplizierte Struktur im Spannungsfeld zwischen Region, Kanton und Bund eine recht grosse Autonomie genossen und diese auch zur individuellen Entwicklung einer eigenen Schulkultur genutzt. Verständlich, dass die Schulen nun fürchten, dass das, was an ihrer Schule besonders ist, durch die Reform tangiert werde oder gar zerstört.

Es scheint, als ob manche Schulen ihren bewährten Schulbetrieb mit all seinen spezifischen Eigenheiten möglichst nicht verändern möchten; sie wollen nichts abgeben; wachsen hingegen täten alle gern. Sie denken zuerst an ihre Schule und an ihre Lernenden, die Qualität der Berufsbildung im ganzen Kanton erscheint da sekundär.

Es ist davon auszugehen, dass kein Standort ganz geschlossen wird und dass dort, wo einzelne Abteilungen verschwinden, neue Berufsfelder mit neuen Lernenden unterrichtet werden können. Soll aber die Reform gelingen, muss sie auch von den betroffenen Schulen mitgetragen werden. Dazu ist es aber notwendig, dass möglichst viele Schulleitungen den Blick öffnen.

joerg.meier@chmedia.ch