Seniorenliste

Junge müssen die Wähler abholen

Maximilian Reimann (75).

Maximilian Reimann (75).

SVP-Nationalrat Maximilian Reimann tritt mit einer Seniorenliste bei den nationalen Wahlen an. Der Kommentar.

Die älteren Generationen sind in National- und Ständerat über-, die Jungen untervertreten. Nur 38 Mitglieder des nationalen Parlaments waren Ende 2018 unter 40 Jahre alt, hingegen 77 über 60. Es ist deswegen nachvollziehbar, wenn die Junge SVP des Kantons Aargau die Seniorenliste von Maximilian Reimann infrage stellt. Die älteren Generationen müssen nicht gefördert werden.

Es sind aber die Wählerinnen und Wähler, die bestimmen, wer sie im Parlament vertritt. In der Schweiz darf wählen und gewählt werden, wer mündig ist und das Bürgerrecht besitzt. Weitere Einschränkungen darf es nicht geben. Eine Wahl ist demokratisch und wer mitmachen will, soll das tun dürfen, egal ob er 18 oder 80 ist.

Es liegt deshalb an den Jungen selber, den Alten den Platz streitig zu machen. Einfach ist das nicht, schliesslich gehen die Jüngeren weniger fleissig an die Urne als die Älteren und man wählt schliesslich gerne seinesgleichen. Junge müssen zuerst für die Politik begeistert werden, man muss ihnen aufzeigen, dass sie etwas bewirken können, wenn sie sich an den demokratischen Prozessen beteiligen. Das war bei den heutigen Alten einst nicht anders.

Das Potenzial ist vorhanden. Noch nie waren die Jungen so gut vernetzt wie heute. Sie debattieren im Internet oder mobilisieren sich online, um zusammen auf die Strasse zu gehen. Sie sind da und erreichbar, man muss sie nur noch abholen. Dass die Junge SVP diese Diskussion anstösst, ist ein erster Schritt.

eva.berger(ad)chmedia.ch

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