Präsident Macron

Jugendlichkeit ist noch keine Garantie

Andreas Schaffner
Emanuel Macron jubelt als neuer Präsident Frankreichs.

Emanuel Macron jubelt als neuer Präsident Frankreichs.

Er wird schon als neuer Tony Blair oder Barack Obama gefeiert— als wirtschaftspolitischer Reformator, der Frankreich auf den Wachstumspfad zurückführen soll: Emmanuel Macron, der künftige Präsident Frankreichs.

Sein Alter war schon im Wahlkampf ein Thema. Nun erst recht. Der 39-jährige wird als jüngster gewählter Staatschef der Welt gefeiert. Vergleiche mit Napoleon Bonaparte werden herbeigezogen.

Doch aufgepasst: Bei Macron ist nicht nur das Alter das Neue. Sondern vieles andere auch. Etwa, dass er nicht aus einer etablierten Partei stammt, dass er die politische «Ochsentour» nicht durchgemacht hat, dass er Wähler begeistern kann, die nicht im klassischen Sinn Links oder Rechts zu verorten sind. Und dass er europapolitisch ganz neue Töne anschlägt, eine positive Grundstimmung gegenüber Europa verbreitet und sogar Ideen für die Veränderungen des vielgeschundenen politischen Systems mitbringt.

Ob er mit seinem jugendlich wirkenden Elan das grösste Problem Frankreichs lösen kann, daran wird er wirklich gemessen. Es geht um die Wirtschaftspolitik. Die hohe Arbeitslosigkeit, die hohe Staatsquote, die hohe Verschuldung und das schwache Wirtschaftswachstum belasten das Land stark. Das alles geht nicht, ohne dass Europa mitzieht.

Etwa in dem es eine noch höhere Verschuldung zulässt. Ob insbesondere Deutschland dies zulässt, nachdem man bei Griechenland, Spanien oder Italien klar Nein gesagt hatte, darf bezweifelt werden. Daran ändert auch der jugendliche Charme Macrons nichts.

andreas.schaffner@azmedien.ch

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