Jonas Projer hat sich vom Ringier-Konzern abwerben lassen. Der «Arena»-Moderator übernimmt spätestens ab September das Projekt «Blick TV» im Rang eines Chefredaktors. Dieser Wechsel ist in der SRF-Zentrale am Leutschenbach gar nicht gut angekommen.

Projer war bisher nicht nur «Arena»-Dompteur, sondern auch Leiter der Fachredaktion Info-Talk. Er verantwortete damit neben der «Arena» auch den «Club» und «Schawinski». Diesen Job musste er jedoch bereits an Thomas Schäppi abtreten, Programmentwickler und Mitglied der Chefredaktion. Dies bestätigt SRF auf Anfrage. Dem Vernehmen nach sei diese vorzeitige Entmachtung ein Entscheid von Chefredaktor Tristan Brenn gewesen.

Dass Kadermitarbeiter, die zur Konkurrenz wechseln, von ihren Aufgaben entbunden werden, ist an sich nicht ungewöhnlich. Konsequent wäre allerdings, dass SRF gleichzeitig auch auf Projers Bildschirmpräsenz verzichtet. Als «Arena»-Vorzeigefigur scheint er jedoch für SRF noch unentbehrlich zu sein. Deshalb wird er auf unbestimmte Zeit die Polit-Show weitermoderieren. Zumindest so lange, bis das Casting abgeschlossen ist, das – so ein weiteres Ondit – mit internen Kandidaten am Tun ist.

Es mag für SRF ärgerlich sein, dass ein Quotenbringer das Haus verlässt, wenn ein privater Wettbewerber mit dem «Chef»-Titel winkt und bei der grosszügigen Lohnfestsetzung nicht an die Korsett-Vorgaben eines öffentlich-rechtlichen Senders gebunden ist. Etwas mehr Sportsgeist und Nachsicht wäre jedoch angebracht: Schliesslich erzielt Projer gute Quoten wegen der «Arena» und nicht umgekehrt. Und deshalb wandert die Quote nun auch nicht zu «Blick TV», nur weil der Chefredaktor dort nun Projer heisst.