Die Stadt Baden sollte diesen heissen Frühsommertag im April 2018 noch lange in Erinnerung behalten. Mit dem Spatenstich für das neue Thermalbad des Architekten Mario Botta, das Ärztehaus und die Rehaklinik im Verenahof bricht zumindest für das Bäderquartier eine neue Epoche an.

Ob das für die ganze Stadt Baden gilt, wird sich erst nach der Eröffnung 2020 zeigen. Schon vor gut zehn Jahren, als Investor Benno Zehnder einen Architekturwettbewerb anregte, gingen die Meinungen in der Stadt diametral auseinander.

Manche freuten sich, dass endlich etwas geschieht. Manche schimpften über den angeblich überdimensionierten – und in einigen Augen auch geschmacklosen – Entwurf des Tessiner Stararchitekten. Diese Bedenken sind mittlerweile verstummt. Doch es bleibt die Frage, ob das Bad wirtschaftlich rentieren wird.

Im Aargau gibt es mit Bad Zurzach, Bad Schinznach, Rheinfelden und dem nahen Bad Säckingen bereits vier grosse, traditionsreiche Bäder. Verträgt es noch ein fünftes? Von all diesen Orten hat Baden die längste und glanzvollste Geschichte. Wenn diese Besonderheit geschickt und mit der nötigen Leidenschaft vermarktet wird, kann es gelingen.

Jetzt aber überwiegt ohnehin die Freude. Die Freude darüber, dass in Baden nach Jahrzehnten des Niedergangs und nach zig gescheiterten, teilweise haarsträubenden Neubauprojekten endlich und unumstösslich ein neues Bad entsteht. Denn wie es Botta gestern beim Spatenstich richtig sagte: Baden kann man sich ohne Bäder nicht denken – und die Quellen sind ein Geschenk des Himmels. Daran sollten die Badenerinnen und Badener denken.

andreas.fahrlaender@azmedien.ch