Die Gegner des neuen Aargauer Stipendiengesetzes haben die Chancengleichheit in den Vordergrund gestellt. Diese sei nicht mehr gegeben, wenn man einen Drittel der Stipendien zurückzahlen müsse. Die Befürworter ihrerseits fanden, das Gesetz sei zumut- und verantwortbar.

Wobei die Gegner mit ihren Plakaten im öffentlichen Raum fast allein waren. Jetzt hat das Volk entschieden. Es akzeptiert das neue Gesetz, und zwar deutlich. Dies im Wissen darum, dass der finanziell sowieso nicht üppig ausgestattete Aargau damit – wie schon bei der Verwaltung – nun auch bei den Stipendien der sparsamste Kanton ist.

Heisst das Ja des Volkes, dass das verpönte Bildungssparen plötzlich mehrheitsfähig wird und sich die Gegner der Vorlage sogar einen Bärendienst erwiesen haben? Vor einer solchen Interpretation warnen nicht nur die unterlegenen Gegner, sondern auch Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Mit gutem Grund. Das Resultat zeigt wirklich nur, dass das Volk jede Vorlage für sich allein anschaut und differenziert entscheidet.

Politische Sieger des Stipendienkampfes sind SVP und FDP, derweil nicht nur Mitte-Links, sondern auch die CVP zu den Verlierern gehört. Dies, weil deren Basis die eigene Grossratsfraktion bei der Parolenfassung deutlich überstimmt hat. Für künftige Fälle muss zwischen Fraktion und Basis intern ausdiskutiert werden, in welche Richtung man marschieren will.

Jetzt gilt es, genau zu beobachten, wie sich das Gesetz mit Blick auf die Chancengleichheit auswirkt; ob Befürchtungen dazu eintreffen oder nicht. Vor allem aber gilt es, die Grabenkämpfe zwischen den Parteien um das Gesetz einzustellen und vorwärtszuschauen.