Integration

Italiener, Tamilen, Kosovaren

Italienische Gastarbeiter bei ihrer Ankunft in der Schweiz, Brig, 1956

Italienische Gastarbeiter bei ihrer Ankunft in der Schweiz, Brig, 1956

Diese Woche publiziert der Bund die definitive Flüchtlingsstatistik fürs letzte Jahr. Sie wird bei knapp 40 000 Asylgesuchen liegen, zumeist von Eritreern, Afghanen und Syrern gestellt.

Die hohen Zahlen bereiten vielen Menschen in diesem Land grosse Sorge. Man kann das Ganze aber auch positiv sehen: Die Kosovaren hatten Ende der 1990er für Asylrekorde gesorgt – 47 000 Asylsuchende waren es allein im Jahr 1999. Und auch später schafften es die Kosovaren immer wieder in die Schlagzeilen. Die hohe Kriminalität unter Kosovo-Albanern animierte die SVP überhaupt erst zur Ausschaffungsinitiative. Über deren Nachfolgerin, die Durchsetzungsinitiative, stimmen wir am 28. Februar ab. Und doch sind heute nun mit kriminellen Ausländern vor allem ausser Rand und Band geratene junge Männer aus Nordafrika gemeint. Was lernen wir daraus? Bis heute zumindest hat sich der schlechte Ruf einer neuen Ausländergruppe irgendwann immer noch ausgewachsen: Waren es in den Sechzigern die Italiener mit ihrem zweifelhaften Ruf und in den Achtzigern die Tamilen, unter denen man Drogendealer vermutete, wurden es in den Neunzigern eben die Kosovaren.

Das Ganze soll die Politik nicht dazu animieren, einfach zuzuwarten, bis sich ein Problem von alleine gelöst hat. Auch ist es so, dass die Kriminalität unter Kosovaren zwar sinkt, sich jedoch noch lange nicht dem Schweizer Niveau angepasst hat. Gerade das Beispiel der Italiener führt einem aber vor Augen, dass die Zeit die Integration verstärken kann und das Image aufpolieren hilft.

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