Kommentar

Isler-Areal: Vernunft siegt über Emotionen

Vorderhand kann man hier noch parkieren und, wenn man will, auch ein Feuer machen und Cervelats bräteln – doch das Jacob-Isler-Areal in Wohlen wird definitiv nicht zum Park, sondern wohl in absehbarer Zeit überbaut.

Vorderhand kann man hier noch parkieren und, wenn man will, auch ein Feuer machen und Cervelats bräteln – doch das Jacob-Isler-Areal in Wohlen wird definitiv nicht zum Park, sondern wohl in absehbarer Zeit überbaut.

Eines muss man den Initianten vom Verein «Oase Isler-Areal» attestieren: Sie haben für ihr Anliegen zwar sehr engagiert, aber auch jederzeit fair gekämpft. Und sie haben es verstanden, die Abstimmung auf die emotionale Ebene zu verlagern. Das hat es dem Gemeinderat nicht einfach gemacht, mit sachlichen Argumenten zu kontern.

Was will man schon sagen, wenn die Initianten die Zukunft von Wohlen mit einem Ja zu ihrem Park verknüpfen. Wenn sie dem Stimmvolk suggerieren, es gehe hier um die quasi letzte grüne Fläche in Wohlen, um ein grünes Juwel in einem sonst weitgehend zubetonierten Dorf?

Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang aber auch, dass mit teilweise kruden Argumenten für die Initiative gefochten wurde. Man versuchte, der Öffentlichkeit weiszumachen, dass das Isler-Areal schon immer grün gewesen sei, dass dort schon immer Maultiere und Esel geweidet hätten und dass man dort ein paar Bänke, Feuerstellen und Spielgeräte für die Kinder aufstellen könne, ohne mit dem rechtskräftigen, vom Stimmvolk bewilligten Gestaltungsplan in Konflikt zu geraten.

Es spricht für Wohlen, dass bei einer grossen Mehrheit der Stimmberechtigten die emotionale Argumentation nicht verfangen hat. Und es spricht für Wohlen, dass man das seltsame Spiel der SVP durchschaut hat, die sich als einzige Partei hinter die Initiative stellte. Ausgerechnet die SVP, die sonst bei jeder Gelegenheit vom Gemeinderat fordert, Wohlen so zu entwickeln, dass es für gute Steuerzahler attraktiver wird.

Mit der geplanten Überbauung des Isler-Areals, der jetzt (hoffentlich) niemand mehr im Wege steht, will der Gemeinderat genau das erreichen: attraktive Wohnungen im Zentrum von Wohlen. Da müsste doch jetzt auch die SVP zumindest verhalten applaudieren.

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