Jahrelang gab es im Aargau immer wieder Proteste und Auseinandersetzungen, wenn es darum ging, wo Asylunterkünfte entstehen sollten. Inzwischen ist die Zahl der Flüchtlinge, die neu in die Schweiz kommen, stark zurückgegangen. In den kantonalen Zentren hat es daher genug Platz für Asylbewerber, die auf ihren Entscheid warten. Zuletzt konnten sogar einige Unterkünfte geschlossen werden, was merklich zur Entspannung der Situation beigetragen hat.

Doch das Problem hat sich verlagert. Konflikte ergeben sich nun, wenn es darum geht, wo anerkannte oder vorläufig aufgenommene Flüchtlinge leben sollen. Für sie gilt freie Wohnsitzwahl, wobei die Gemeinden hohe Kosten fürchten, weil viele von der Sozialhilfe leben. Rekingen sorgte mit dem Aufruf, keine Wohnungen an Flüchtlinge zu vermieten, im ganzen Kanton für Aufsehen. SVP-Asylchef Andreas Glarner liess in Oberwil-Lieli sogar ein Haus abreissen, wo Flüchtlinge hätten wohnen sollen.

Damals gab es Kritik von links – heute sagt ein SP-Paar, eine Eritreerin habe ihre Wohnung in desolatem Zustand verlassen. Rechtsbürgerliche wie SVP-Grossrätin Martina Bircher werden sich Schadenfreude kaum verkneifen können. Anderseits kritisiert sie Besitzer, die alte Zimmer teuer an Flüchtlinge vermieten, wobei Gemeinden via Sozialhilfe zahlen. Für links und rechts ist die Situation frustrierend. Was bleibt, ist Integration: Flüchtlinge sollen Geld verdienen, oder zumindest hiesige Werte respektieren. Es wäre blauäugig zu glauben, dies würde in jedem Fall funktionieren. Doch wenn es gelingt, lassen sich hohe Kosten sparen und unnötige Konflikte verhindern.