Beim Spielen wird oft gezankt. Die einen können nicht verlieren, die anderen wissen alles besser. Bei uns hat man gern und viel gejasst, dabei auch gern und viel gestritten. Vor allem nach dem Spiel beim «Nochejassa».

Besserwisser fingen an jeden Stich zu analysieren und sich zu mokieren: «Da hättest du das spielen sollen, dort jenes angeben.» Deshalb sagt man im Vorarlbergischen auch nochejassa, wenn man über ein bereits feststehendes Ergebnis diskutiert.

Die TV-Analyse nach den EM-Spielen erinnert daran. Da steht ein Kasper alias Analyse-Experte vor einem Touchscreen-Bildschirm, tippt mit seinen Fingern herum, Pfeile blinken, Linien formieren sich zu Kreisen.

Die Szenen werden in Slow-Motion abgespielt und die anderen Kasper (das ZDF hat eine ganze (Fach-)Mannschaft nach Frankreich geschickt) schwadronieren über jeden Move der Spieler.

Wen interessiert das noch? Gespielt ist gespielt. Man kann es mit den Experten auch übertreiben. (Und man fragt sich: Was macht eigentlich Skistar Felix Neureuther an der EM?) Keine Besserung in Sicht. Der Fussball wird immer mehr vertechnisiert und veranalysiert.