Atomkraft

Ideologie ist bei AKW fehl am Platz

Auch die Grünen mochten einst die Atomkraft. Im Bild: das AKW Gösgen. (Archiv)

Auch die Grünen mochten einst die Atomkraft. Im Bild: das AKW Gösgen. (Archiv)

Als in der Schweiz die ersten Atomkraftwerke gebaut wurden, begrüssten dies Umweltschützer und Grüne. Kernenergie galt in den 1960er-Jahren als saubere Alternative zu Strom aus Kohle- oder Gaskraftwerken, deren Abgase die Luft verschmutzen. Heute sehen rechtsbürgerliche Politiker neue Atomkraftwerke als mögliches Mittel gegen den Klimawandel, weil sie Strom produzieren, ohne dabei CO2 auszustossen.

Früher argumentierte die Atomlobby mit der Luftreinhaltung, heute mit dem Klimaschutz – auf die Unterstützung der Umweltorganisationen kann sie jedoch nicht mehr zählen. Diese weisen auf die ungelöste Lagerung der Atomabfälle, die Umweltbelastung beim Uran-Abbau und Risiken bei älteren AKW hin – auch das sind die gleichen Argumente, die schon seit Jahren diskutiert werden.

Vermehrt geht es heute darum, welche Gesundheitsschäden radioaktive Strahlung auslösen kann. Umstritten sind die Grenzwerte für die Belastung, die als unbedenklich gilt. Im Fall eines AKW-Mitarbeiters, der an Krebs leidet, hat das Bundesgericht entschieden, dass eine neue Berechnungsmethode zulässig ist. Hängig ist in Lausanne eine Klage von Anwohnern des AKW Beznau zu Strahlengrenzwerten bei schweren Erdbeben. In diesen Fällen geht es nicht um politische oder ideologische Aspekte, sondern um Gesundheitsrisiken. Unabhängig von der Einstellung zur Atomenergie ist es richtig, dabei alle neuen Erkenntnisse zu berücksichtigen.

fabian.haegler@chmedia.ch

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1