SVP-Vordenker Christoph Blocher und seine Freunde Rolf Bollmann und Markus Somm übernehmen die Gratis-Blätter des Zehnder-Verlags, die von jeher zwischen bürgerlichem Kurs und Stammtischniveau pendelten. Und auch sonst macht der Deal Sinn: Während die Ostschweizer Familie wegen der Digitalisierung nicht mehr an eine Zukunft des Printgeschäfts glaubt, tut Blocher genau das. Er weiss, dass seine Klientel vor allem auf dem Land zu Hause ist, wo Gratisanzeiger dank der Inserate des lokalen Gewerbes auch im Internetzeitalter rentabel verlegt werden können und nur wenige Menschen die Zusendung von Werbeanzeigern verbieten.

Blocher ist medial mit einem Schlag nicht mehr nur in der linken Stadt Basel, sondern fast in der gesamten Deutschschweiz präsent. Zu den gut 100  000 Lesern der «Basler Zeitung» gewinnt er mehr als 700  000 Zehnder-Leser dazu. Damit dürfte der publizistische Hunger Blochers aber längst nicht gestillt sein. Bollmann hat den Auftrag erhalten, die Leserschaft auf über eine Million auszuweiten. Dass es Blocher dabei um wirtschaftliche und nicht politische Ziele gehe, wie Bollmann behauptet, ist Quatsch. Geld verdienen muss der 76-jährige Multimilliardär weiss Gott nicht.