Bei jeder Gelegenheit loben Vertreter der SVP die direkte Demokratie und bezeichnen das Stimmvolk als oberste politische Instanz.

Für den soeben wiedergewählten Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler gilt dies offenbar nicht. Dass der SVP-Regierungsrat eine Plakataktion von Schülern gegen den Bildungsabbau verbietet, ist mehr als fragwürdig. Was ist falsch daran, wenn Schülerorganisationen mit einer Plakataktion auf die Sparmassnahmen eingehen, die sie direkt betreffen?

Hürzelers Aussage, politische Aktionen müssten ausserhalb des Schulareals stattfinden, ist fadenscheinig. Gerade an den Kantonsschulen sollen die jungen Erwachsenen eigenständiges Denken lernen, sich mit verschiedenen Positionen auseinandersetzen, Argumente gewichten und sich eine eigene Meinung bilden. Dies verhindert der Bildungsdirektor mit dem Verbot der Plakataktion, das einer Zensur ungeliebter politischer Aussagen gleichkommt.

Natürlich steht Alex Hürzeler unter Druck seiner Partei, die sich für Einsparungen im Bildungswesen starkmacht. Doch das muss ein Exekutivpolitiker genauso aushalten, wie dass ein paar Schüler ihre kritische Meinung kundtun. Ironischerweise bringt gerade das Verbot dem Anliegen der Kantonsschüler nun unverhoffte Publizität.

Jugendliche dürften sich nach diesem Verbot aber einmal mehr fragen, warum sie sich überhaupt für Politik engagieren sollen, wenn ihre Anliegen bereits im Keim erstickt werden.