Kommentar

Hinterfragen wir unser Verhalten!

Antonio Fumagalli
Die Grüne Partei wollte mit der Volksinitiative für eine "Grüne Wirtschaft" den Ressourcenverbrauch in der Schweiz senken (Symbolbild).

Die Grüne Partei wollte mit der Volksinitiative für eine "Grüne Wirtschaft" den Ressourcenverbrauch in der Schweiz senken (Symbolbild).

Sie wussten, dass sie es aufgrund der politischen Grosswetterlage schwer haben würden. Und dass die finanzielle Schlagkraft der Gegenseite die eigene übertrumpft.

Vor diesem Hintergrund können die Initianten der «Grünen Wirtschaft», die immerhin 36 Prozent der Stimmbevölkerung hinter sich scharen konnten, erhobenen Hauptes aus dem Ring steigen.

Umweltpolitische Anliegen – man denke etwa an die Energiesteuer-Initiative der Grünliberalen – sind auch schon viel deutlicher abgeschifft.

Im Abstimmungskampf zentral war die Frage nach der Machbarkeit. Mit der Online-Kampagne #EsGeht versuchten die Initianten weiszumachen, dass die Zielsetzung «Fussabdruck eine Erde bis 2050» auch ohne einschneidenden Verzicht des persönlichen Konsum und Mobilitätsverhaltens erreichbar ist.

Gelungen ist ihnen dies offensichtlich nicht. Auch wenn die Drohung vom Warmdusch-Verbot und Heiz-Einschränkungen überzeichnet war – zumindest finanziell hätten wir alle die Auswirkungen eines Ja wohl gespürt. Das Stimmverhalten gehorcht, das ist keine neue Erkenntnis, oftmals dem Portemonnaie. 

Das Abstimmungsresultat ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass wir über unseren Verhältnissen leben. Obwohl ihr Ziel zu ambitioniert war, ist es den Initianten zu verdanken, dass darüber eine gesellschaftliche Diskussion stattgefunden hat. Umso besser, wenn diese dazu führt, dass wir unser persönliches Konsumverhalten hinterfragen und die Wirtschaft weitere freiwillige Massnahmen ergreift – auch ohne zusätzliche Regulierung.

Grüne Wirtschaft: Das sagen die Verlierer

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Bern - 25.9.16 - Die Schweizer Stimmbevölkerung sagt Nein zur Initiative "Grüne Wirtschaft". Lange Zeit sagten Umfragen den Befürwortern einen möglichen Sieg voraus. Mitinitant Bastien Girod über die Gründe für den Meinungsumschwung und was die Gegner besser gemacht haben im Abstimmungskampf.

Grüne Wirtschaft: Das sagen die Gewinner

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Bern - 25.9.16 - Die Schweizer Stimmbevölkerung sagt Nein zur Initiative "Grüne Wirtschaft". Lange Zeit sagten Umfragen den Befürwortern einen möglichen Sieg voraus. Für Heinz Karrer, Präsident der Economiesuisse, führten die vorhergesagten Einschränkungen im Konsum zu einem Umdenken in der Stimmbevölkerung. FDP-Nationalrat Thierry Burkart sieht das Ergebnis als Anerkennung für die Schweizer Wirtschaft, die bereits auf gutem Weg sei, umweltfreundlicher zu werden.

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Antonio Fumagalli

Antonio Fumagalli

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