«Ebbe & Blut». 240 Seiten über den weiblichen Zyklus. Ein Buch über Schmerzen und vollgeblutete Unterhosen. Inklusive Illustrationen. Was derzeit in der Ratgeber-Ecke der Buchhandlungen auch sehr inflationär aufliegt, sind «So misten Sie richtig aus!»-Werke. Schritt für Schritt, mit oder ohne Feng-Shui, wird einem erklärt, wie man sich von seinem angesammelten Gerümpel trennt. Oder die Schwestern, die bald ein Kochbuch zusammen rausgeben. Nur weil sie Schwestern sind. Und ja, halt kochen.

Früher, so dachte ich zumindest, war das Buchschreiben eine Heldentat und der Autor ein Genie. Heute meint jeder und jede, etwas zu sagen zu haben und seinen «literarischen» Erguss drucken zu müssen. Dabei, seien wir doch ehrlich, ist das meist höchstens Tagebuch-Stoff oder Kaffeeklatsch-Gedöns. Vielleicht sollte es strengere Veröffentlichungs-Hürden geben. Eine Buchpolizei, die die wichtigen drei Fragen stellt: Warum schreiben Sie ein Buch? Wer soll das lesen? Warum soll Ihres besser sein als die 100 Stück davor zum exakt gleichen Thema? Ich schreibe jetzt noch eine Zeile, dann habe ich schon fast ein Buch.