Investmentbanker war gestern. Wer das grosse Geld machen will, sollte KI-Spezialist werden. KI, also künstliche Intelligenz, ist das grosse Thema der Gegenwart und wird die Zukunft formen. Zumindest im Silicon Valley ist man sich darin einig und lockt die besten Experten mit hohen Summen.

Selbst bei der Non-Profit-Organisation Open AI verdient der bestbezahlte Forscher 800 000 Dollar. Bei den Top-Unternehmen wie Google und Facebook, die keine Saläre ausweisen, dürfte es um einiges mehr sein.

Die Ergebnisse dieser Forschung sorgen diese Woche für Staunen. Sowohl Google als auch Microsoft veranstalteten ihre alljährliche Entwicklerkonferenz. Kaum ein neues Gerät, kaum ein Feature, das ohne KI auskommt: In Geschäftssitzungen übersetzt ein Assistent simultan verschiedene Sprachen.

Im Alltag hilft ein Assistent, der etwa selbstständig am Telefon einen Coiffeur-Termin vereinbaren kann. Und selbst in der Kamera sitzt nun die KI: Google Lens heisst eine neue Funktion, die erkennt, was auf einem Foto zu sehen ist – welches Gebäude etwa oder welche Baumart.

Die neuen Anwendungen funktionieren allerdings noch nicht einwandfrei. Das zeigt ein Test des Tech-Portals «Wired», bei dem ein grauer Pullover mit einem Elefant verwechselt worden ist. So ist es eben mit der KI: Bei vielem (Schach ist nur das prominenteste Beispiel) ist sie uns hoch überlegen, bei anderem aber noch immer dümmer als ein dreijähriges Kind. Es gibt also noch viel zu tun für die hoch dotierten Spezialisten.

Beispielsweise wäre da noch das Gorilla-Problem zu lösen. So kann zwar in der Foto-App von Google schon seit ein paar Jahren nach allen möglichen Tieren gesucht werden, nicht aber nach Menschenaffen. Zu gefährlich ist die Rassismus-Falle: Affen werden von der KI nämlich gern mit dunkelhäutigen Menschen verwechselt.