Das ist doch eine gute Nachricht: Mehlwürmer, Heimchen und Wanderheuschrecken sind seit dem 1. Mai 2017 als Lebensmittel in der Schweiz zugelassen. Wer es noch etwas genauer wissen möchte: Das Heimchen gehört zu den Grillen, der Mehlwurm ist die Larve des Mehlkäfers, die Wanderheuschrecke wurde bisher vor allem von Reptilien und Amphibien verzehrt.

Leider aber ist das mit dem ungetrübten Insektenverzehr gar nicht so einfach. Denn bevor der Konsument voller Vorfreude auf insektische Delikatessen ebendiese in den Einkaufskorb legt, muss zuerst noch Grundsätzliches geklärt werden.

Für Fleischesser sind die Insekten zweifellos eine Bereicherung des Menüplans; doch was machen die Vegetarier? Sie diskutieren. Es geht um nichts weniger als die ethisch heikle Frage, wie komplex das Empfindungsvermögen etwa von Grillen oder Mehlwürmern ist. Und ob es bald eine Unterscheidung zwischen Fleischessern, Insektenessern und absoluten Vegetariern geben wird. Auch die Veganer sind gefordert, auf sie wird an dieser Stelle aber nicht detailliert eingegangen.

Die Allergiker haben sich bereits zu Wort gemeldet. Sie stellen klare Forderungen. Sie verlangen, dass Lebensmittel, die Insekten enthalten, unmissverständlich und umfassend gekennzeichnet sind. Zum Beispiel «Hamburger mit Mehlwürmern». Oder: «Knäckebrot. Kann Spuren von Wanderheuschrecken enthalten.»

Die klare Deklaration ist aus der Sicht der Allergiker absolut notwendig, hat man doch erst kürzlich festgestellt, dass beispielsweise manche Crevetten-Allergiker auch allergisch auf Mehlwürmer reagieren. So bleiben wir, zumindest was die Insekten in der Nahrung betrifft, auf der sicheren Seite.