Gewöhnlich lungerten die Burschen rum; nirgends gab es angemessen bezahlte Arbeit. Fragte man sie, was sie werden wollen, sagten sie: «Der neue Neymar oder Drogendealer.»

Schwunghaft etabliert sich nun ein neues Metier in der Favela: Hacker. Besucher der Dominikanischen Republik etwa (die reale Karibik, nicht die Beach), berichten von Minderjährigen, die plötzlich im Luxus-Geländewagen herumpreschen. Natürlich konfiszierte die Polizei den Göppel im Handumdrehen. Um ihn gleich darauf wieder auszuhändigen; der smarte Teenager hatte deren Bakschisch bereits im Budget.

Sein Beispiel macht Schule. Cousins des Burschen sattelten sofort ebenfalls um auf Hacker. Jeder im Quartier mache jetzt auf Hacker, berichten Szenenkenner. Gewinn und Umsatz seien schwindelerregend, die Polizei ohnmächtig bei der Fahndung nach Internetdieben; schliesslich profitiert man vom Boom. Hacker seien die Coolsten in der Disco, alle Chicas verrückt nach ihnen.

Eben darum ist das eine gute Nachricht. Der tonangebende Typ bisher im Quartier war der Drogendealer, meist ein tumber Gangsta-Lackaffe. Hacker aber haben Köpfchen – endlich macht Geist wieder sexy.