Neulich im Coop. Ein Mann mit Kapuzenpulli schlendert durch die Konservenabteilung. Mit dem rechten Schuh kickt er gegen ein blaues Papier. Unbeabsichtigt. Dann biegt er ab. Das Papier bleibt liegen. Zusammengefaltet, eine «0» blitzt auf. «Ist das etwa ein …», denke ich und hebe es auf. Ein Hunderter. Als Süddeutscher, aufgewachsen an der Grenze zum Schwabenland, wo die Geizhälse schlechthin wohnen, muss ich bei dem Anblick erst mal schlucken. Gehört er dem Mann? Soll ich ihm hinterherlaufen und fragen? «Entschuldigung, sind das Ihre 100 Franken?» Dumme Idee, denke ich, klar sagt der «Ja» – ob er den Schein verloren hat oder nicht. Eine gefühlte Ewigkeit stehe ich zwischen eingemachten Kirschen und Olivenöl. Niemand scheint die Note verloren zu haben. Was jetzt? Wäre es ein Portemonnaie, wäre der Fall klar. Aber einen einzelnen Schein abgeben? Eher nicht. Ich laufe zur Kasse. Nur was, wenn der Hunderter dem Grosi aus der Nachbarschlange gehört? Hm. Auch sie wirkt nicht, als würde sie etwas vermissen. Nein, denke ich, wenn ihn jemand bekommt, dann der rechtmässige Besitzer.

Daher ein Aufruf: Haben Sie 100 Franken verloren? Dann schreiben Sie mir! Den Schein beschreiben zu können, reicht aber nicht – haha, netter Versuch. Nennen Sie zusätzlich das Datum des Verlusts, die Tageszeit und die richtige Coop-Filiale.