Die Gene beeinflussen den Erfolg eines Menschen. Bis zu einem gewissen Grad ist das jetzt schon so. Menschen haben nicht dieselbe Ausgangslage – selbst dann nicht, wenn sie in ähnliche soziale Umfelder geboren werden. Intelligenz, Begabungen und körperliche Konstitution werden auch vererbt.

Je genauer die Wissenschaft die Funktionsweise der Gene entschlüsselt, desto mehr laufen wir Gefahr, Menschen aufgrund ihrer Gene zu diskriminieren. Aus Science-Fiction-Filmen kennen wir das Szenario, dass Menschen sich mit ihrer Genanalyse und nicht mit ihrem Lebenslauf auf einen Job bewerben. Damit solche Gegebenheiten nicht Realität werden, gilt es, bereits erste Tendenzen, die in diese Richtung laufen, zu unterbinden. Das tat der Nationalrat gestern: So verbot er Versicherungen, Gentests, die ihre Kunden gemacht haben, einfordern zu dürfen. Das Verbot ist deshalb wichtig, weil sonst Menschen, die mit weniger guten Genen ausgestattet sind, mit höheren Versicherungsprämien zu rechnen hätten.

Das wäre fatal. Es soll vielmehr darum gehen, das Leben der genetisch benachteiligten Menschen durch den wissenschaftlichen Fortschritt zu verbessern. Auch hier können Gendaten helfen, indem man sie nutzt, um Therapien gegen (Erb-)Krankheiten zu entwickeln. Wie die Daten in anonymisierter Form der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden können, ohne dass unbefugte darauf Zugriff haben, muss erst noch vertieft diskutiert werden. Auch hier würden klare Regelungen helfen.