Der Mann schaut genervt. Das verstehe ich. Es ist mitten in der Nacht, das Flugzeug steht fast startklar auf dem Flughafen in Dubai, und dann kommt der anstrengende Schweizer, also ich, und fragt, ob man die Plätze tauschen könne. Und das nur, weil ich gerne neben meiner Begleitung sitzen möchte und weil die Airline es verpeilt hat, uns nebeneinander zu platzieren, obwohl die Tickets zusammen gebucht wurden. Doch der indisch aussehende Mann ist nett, er schaut zwar ein bisschen misstrauisch auf den Platz, den ich ihm anbiete, willigt dann aber doch ein.

Dass nun das Kabinenpersonal ein hysterisch gewordene, korpulente Dame neben ihn platziert, ist natürlich Pech. Und dass der Inder ihr nun auch noch das gesamte Entertainmentsystem erklären muss, dafür kann ich auf jeden Fall nichts. Aber auch hier bietet der Mann Hand. Immerhin hat er nun ein gutes Karma, denke ich. Er bekommt gewiss ein Upgrade – wenn nicht für den nächsten Flug, so im nächsten Leben.

Doch so lange wartet das Schicksal nicht. Am Ende des Flugs tauscht er Nummern aus mit der jungen Dame, die am Fenster neben ihm sitzt. Er strahlt und bedankt sich beim Aussteigen bei mir.