Im Jahr 2013 haben die Badener Stimmbürger 34,72 Millionen Franken für den Umbau und die Erweiterung ihres Kurtheaters bewilligt. Nach einem langen Hin und Her beginnt im nächsten Monat die Bauphase.

2020 könnte zu einem hervorragenden Aargauer Kulturjahr werden: Im Frühling das grosse Fest zur Wiedereröffnung des Kurtheaters, im Herbst die feierliche Inbetriebnahme der «Alten Reithalle». Ein erster wichtiger Entscheid dafür ist am Montagabend gefallen. Der Einwohnerrat Aarau hat dem Baukredit von 20,45 Millionen Franken zugestimmt. Opposition gab es fast nur vonseiten der SVP. Die Chancen, dass auch die Aarauer Stimmbürger dieses Projekt am 10. Juni bewilligen, sind gross. Dies umso mehr, als die Stadt nur 7,7 Millionen Franken an die Investitionskosten beisteuern muss. Sie bekommt dafür einen Leuchtturm mit nationaler Ausstrahlung. Nicht zuletzt, und das ist die kantonale Bedeutung dieses Kulturprojektes, weil die «Alte Reithalle» zur Homebase des Orchesters Argovia Philharmonic wird – etwas vom Besten, was die Aargauer Kultur zurzeit zu bieten hat.

Die Investitionskosten sind das eine, die Betriebskosten das andere. Das Risiko für Aarau scheint auch hier kalkulierbar. Es entsteht nicht irgendein grosses Theater, sondern es wird weiterentwickelt, was bereits da ist. Und der Druck der «Reithalle»-Gegner wird dafür sorgen, dass nicht eine kostspielige Euphorie entsteht. Im Gegenteil. Die Freunde des Kulturprojektes tun gut daran, die Skeptiker ernst zu nehmen. Denn das Geldargument hat schon manches Kulturprojekt überraschend zu Fall gebracht.

urs.helbling@azmedien.ch