Erst 18 Jahre alt ist Belinda Bencic, steht noch am Anfang ihrer Karriere. Doch was die junge Schweizerin schon auf dem Tennisplatz leistet, ist beachtlich. Talent bescheinigen ihr die Fachleute seit Jahren. Wie sie das umsetzt, nötigt Respekt ab. Bencic bringt auch den Kopf mit, um wirklich einmal eine ganz Grosse ihrer Zunft zu werden.

Beim Fed-Cup in Leipzig erwies sie sich als herausragende Teamleaderin, hielt dem grossen Druck stand, der auf ihren Schultern lastete. Als Favoritin erfüllte sie souverän gegen Andrea Petkovic ihre Pflicht, holte den erwarteten Punkt für die Schweiz. Ebenso stark spielte sie dann in der Rolle der Aussenseiterin gegen Angelique Kerber. Natürlich wusste sie um ihre Chance gegen die Siegerin des Australian Open, wusste, dass diese bald einmal auf dem Zahnfleisch laufen würde, weil sie noch die Strapazen der vergangenen Wochen verarbeiten musste. Selbstverständlich ist es aber keinesfalls, wie Bencic die Situation zu ihren Gunsten nutzte und ihren Plan von A bis Z durchzog. Und auch bei ihrem dritten Auftritt liess sich Bencic nicht aus der Spur werfen. Bekannt dafür, legte sie im Doppel wieder einmal einen Fehlstart hin und verarbeitete diesen mit einer Ruhe und Gelassenheit, wie wenn sie schon seit Jahren auf der Profitour wäre. Dabei hatte sie erst drei Stunden zuvor einen der grössten Siege ihrer Karriere gezeigt.

Bencic hat sich in den vergangenen zwölf Monaten grossartig entwickelt. Nach Startproblemen ins Jahr 2015 rief sie ab den Sommermonaten ihr Potenzial regelmässig ab. Und nun führte sie die Schweiz fast im Alleingang zum Triumph in Deutschland.

Garantien gibt es keine. Doch bis jetzt ist Bencic trotz aller Erfolge auf dem Boden geblieben und nichts deutet darauf hin, dass sich das ändert. So dürfen die Schweizer Tennisfans auch noch von Grand-Slam-Siegen träumen, wenn Roger Federer und Stan Wawrinka nicht mehr auf dem Platz stehen. Und die Frauen werden zum starken Geschlecht. Nach dem Davis-Cup soll nun der Fed-Cup her. Bencic alleine schafft das nicht, aber mit ihren starken Kolleginnen wie Timea Bacsinszky, Martina Hingis und Viktorija Golubic kann sie schon im Herbst die goldenen Zeiten im Schweizer Tennis fortführen.