Ich hätte da noch eine Frage, weil ich grad ein bisschen nicht mehr weiter weiss mit dem Fricktal: Du singst doch in Deinem neuen Powerplay-Song «d’Flügel uuf» von einem «Deal mit Gott» – Bingo, Sebastian! Könntest Du mir bitte die Koordinaten von Gott rüberspitzen?

Mailadresse & Telefon reichen. Das wäre ziemlich hilfreich und dermassen selbstlos wie damals, bei unserem Interview, als Du nicht nur pünktlicher als ich aufgetaucht bist, sondern von ausgesuchter Höflichkeit nur das Beste für uns beide zum Ziel hattest. Und das, das muss hier auch noch gesagt sein, ist kein ironischer Schlenker, ich mein das wirklich so und habs Dir ja seinerzeit, im Coop in Frick, auch nochmals persönlich verdankt.

Tempi passati, ich mag Dich immer noch, Du Coiffeurbueb us Gälterkinde, und das nicht nur, weil ich finde, Du hast Dich ordentlich entwickelt in den Jahren, auch wenn das mit der Katy dann nicht mehr geklappt hat, oben am Frickberg. Aber dass Du Dir diesen wunderbaren Bata-Park in Möhlin ausgekuckt hast und Dir in der ehemaligen Direktorenvilla ein perfektes Studio eingerichtet hast: Grandios, Baschi, eine ganz krasse Location, wo Du jetzt mit Phil, Deinem Produzenten und Studiokollegen (ja genau: der mit dem geilen Gitarrensolo in «d’Flügel uuf»!) Dein letztes Album «1986» eingespielt hast.

Ich find, Möhlin sei Dank, es ist das beste Deiner bisher acht Alben geworden, was vielleicht auch damit zu tun hat, dass 1986 Dein Geburtsjahr ist und Du nun schon mehr als 32 Jahre perfekt in der Spur bist. Nur – ein wenig wehmütig gestimmt hat mich schon, dass Du jetzt privat nach Zürich gezügelt bist, wegen Alana. Obgleich: Ich kann das rein beziehungsmässig nachvollziehen, und auch der Schwiegervater in spe scheint dieser Nestrochade offenbar wohlgesinnt. Als ich Günther Netzer jedenfalls kürzlich in einem Basler Grandhotel begegnete, machte er als Familienmensch einen altersmilden Eindruck – vielleicht hast Du ja auch ihm die Mail-Addi von Gott zugesteckt, die ich nun ebenfalls gerne hätte!

Ich würd diesem Gott dann hinter die Ohren bringen, dass er Dich auch in Tsüri auf Wolke 7 des Möhlin-Jet weiterhin artig schutzengeln soll – weil die Welt ohne Dich nämlich etwas weniger farbig, intensiv, spannend und lustig wäre.

Und ich würd Gott dann auch noch bitten, uns hier im Fricktal ein paar Baschis mehr zu schenken: Typen ohne Pflaster im Hirn, dafür mit ganz viel Herzblut, ungestümer Schaffenskraft und vollem Pfupf und Gas im Leben: Auf dass die Zukunft noch ein Leben hat.