Baden

«Go Easy»: Gleich grosses Risiko, weniger Einnahmen

Soll sich die Stadt Baden am privaten Hallenprojekt in Untersiggenthal beteiligen? Der Kommentar.

Erneut will der Badener Stadtrat dem Einwohnerrat das 1-Mio.-Franken-Darlehen an die GoEasy Freizeit & Event AG für den Betrieb eines Hallensportzentrums in Untersiggenthal schmackhaft machen.

Anders als in der ersten Vorlage würde sie hierfür nicht mehr 4 Prozent, sondern nur noch 2,5 Prozent Zins erhalten.

Die zentrale Frage lautet: Ist es Aufgabe der öffentlichen Hand, sich mit öffentlichen Geldern an einem privaten Projekt zu beteiligen – das sich nicht einmal auf eigenem Gemeindegebiet befindet?

Die Stadt argumentiert, dass man nicht nur einen guten Zins erhalten würde, sondern einmal pro Woche die Halle benützen dürfe, wodurch sich das Hallenproblem der Stadt entschärfen liesse. Das mag zutreffen. Und auch die Argumentation, diese Platzprobleme müssten gemeindeübergreifend angegangen werden, leuchtet ein. Doch soll dies wirklich in Form eines Darlehens geschehen? Wäre es nicht sinnvoller, die Stadt würde sich einfach in die Halle einmieten? Klar, das kostet, während das Darlehen gar Geld in die Stadtkasse spülen würde. Aber zu welchem Preis und Risiko?

Weil dem Einwohnerrat genau dazu die Antworten fehlten, wies er die erste Vorlage zurück. Nun präsentiert der Stadtrat einen neuen Antrag, in dem aber nichts von einer besseren Absicherung zu lesen ist. Der einzige Unterschied: Die Stadt erhält weniger Zinseinnahmen. Vor diesem Hintergrund wird sich wohl so mancher Einwohnerrat zweimal überlegen, ob er das Darlehen – wohlbemerkt Steuergelder – an der nächsten Sitzung gutheissen soll.

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