Gesundheitskosten

Gesundheitsakteure in der Mangel: Ein wichtiger Schritt für Prämienzahler  

Anna Wanner: «Nur wenn es der Bundesrat schafft, den Druck für positive Veränderungen zu erhöhen, können die Kosten auch stabilisiert werden.» (Symbolbild)

Anna Wanner: «Nur wenn es der Bundesrat schafft, den Druck für positive Veränderungen zu erhöhen, können die Kosten auch stabilisiert werden.» (Symbolbild)

Das Parlament hat diese Woche entschieden, die Franchisen um 50 Franken zu erhöhen, die Prämienregionen wie bisher zu erhalten und höhere Steuerabzüge für Versicherungsleistungen zu ermöglichen. Alles Pflästerlipolitik! So wird die Last von einem Buckel auf den nächsten verschoben: von der Krankenkasse auf den Patienten, vom Landbewohner auf den Städter und vom Prämien- auf den Steuerzahler. An steigenden Kosten ändert sich nichts.

Nun nimmt der Bundesrat die Gesundheitsakteure in die Mangel. Er will ein Kostendach für die Gesundheitsausgaben bauen. Dass sich die Betroffenen vehement dagegen sträuben, überrascht nicht: Es geht ans Eingemachte, nämlich ums Geld. Laut Schätzungen von Experten liegt allein im Bereich der obligatorischen Krankenversicherung ein Sparpotenzial aufgrund von Ineffizienzen in der Höhe von über 6 Milliarden Franken.

Zwar wirft die Umsetzung noch viele Fragen auf. Und wer weiss, wie mühsam die Aushandlung des neuen Ärztetarifs läuft, kann sich nur schwer vorstellen, wie die Tarifpartner sich auf Zielvorgaben einigen können. Da liegt ein hartes Stück Arbeit vor den Gesundheitsakteuren – auch weil sie eigene Pfründe abbauen müssen.

Trotzdem lohnt sich dieser Schritt. Dass sich die Branche mit Händen und Füssen gegen Änderungen wehrt, ist ja gerade die Krux bei vielen Gesundheitsreformen, die im Parlament Endlosschleifen drehen oder scheitern. Deswegen bleiben wichtige Verbesserungen auf der Strecke. Nur wenn es der Bundesrat schafft, den Druck für positive Veränderungen zu erhöhen, können die Kosten auch stabilisiert werden.

Autor

Anna Wanner

Anna Wanner

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