Apropos

Geschwollene Eier, nachts im Wald

a+o

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Wir wurden wieder mal «sensibilisiert». Da heben reformierte Aargauer Jugendliche im Sommercamp das Glas für ein Gruppenbild – gleich sind wir «sensibilisiert»: Gott, was ist da drin!!! Rimuss, heisst es sofort in der Bildlegende der reformierten Zeitschrift «a+o». Gott sei Dank!!! Ein Skandal wäre durch den Aargau gerauscht, hätten die Teenager hier nicht bloss Schaumplörre genippt.

«Sensibilisiert» hat uns diese Woche noch ein Bild. Ihm folgte jedoch «ein Aufschrei», in Australien. Malcolm Turnball, der australische Premierminister, hatte sich ein Football-Spiel angesehen. Im Stadion sitzend, hielt er seine Enkeltochter im Arm. In der anderen Hand hatte er einen Becher Bier. Kaum ging das Bild online, sah sich der Premierminister einem Shitstorm ausgesetzt, der sich gewaschen hatte.

Beides «sensibilisierte» mich wieder mal für meinen Grossvater. Ein Steinhauer, aus Deutschland zugewandert, weil er nach dem Ersten nicht auch noch einen zweiten Weltkrieg erleben wollte. In der Küche rüsteten wir uns zu einer Nachtexkursion in den Wald. Grossvater zerklopfte am Rand eines Glases zwei rohe Eier. Das Glas füllte er bis obenhin mit Rotwein und rührte alles um. Das streckte er dem Siebenjährigen hin: «Geschwollene Eier», sagte er, «trink! Da passiert dir nichts im dunklen Wald.»

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