Der Kanton Aargau hat die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank 2015 deutlicher zu spüren bekommen als andere. Die Maschinen- und Metallindustrie kam unter enormen Kosten- und Margendruck, was sich bereits in deutlich tieferen Steuereinnahmen niederschlägt. 

Gleichsam ein Leuchtturm blieb die Aargauische Kantonalbank (AKB). Sie hatte gemäss CEO Pascal Koradi auch 2016 einen guten Lauf. Erfreulich ist weiter, dass seine Bank gegen den Trend die Zahl der Geschäftsstellen eher noch ausbauen und noch näher zu den Kunden will. 

Noch etwas ist erfreulich: Die als Folge der Lohndeckelung befürchtete Abwanderung von Spitzenkräften ist nicht eingetreten – gewiss auch, weil der von der Politik beschlossene Lohndeckel nicht ans mittlere Kader weitergegeben worden ist. Nun darf man gespannt sein, ob der von Koradi eingeleitete Kulturwandel – der sich bankintern auch im Krawattenverzicht ausdrückt – zu noch besseren Erträgen führt. 

Die Wertsteigerung und gute Positionierung der AKB kann man aber auch für die Wiederaufnahme einer alten Diskussion nützen: Braucht der Kanton eine eigene Bank? Soll diese (teil-)privatisiert werden? Für eine AKB-Aktie erhielte der Kanton heute mehr Geld als je zuvor. Wenn er eine Mehrheit behielte, hätte er bei der AKB auch weiterhin das Sagen. Das Geld aus einem Teilverkauf könnte er aber – etwa zur Schuldentilgung – sehr gut gebrauchen. Der AKB-Chef steht dieser Debatte offen gegenüber. Auch das sind neue Töne.