Ich mag Peter. Er ist mein Nachbar. Ein guter Typ, stets hilfsbereit, immer für einen guten Spruch zu haben. Ich leihe ihm manchmal meine Bohrmaschine aus, er schaut ab und an auf unsere Kids. Ich könnte mir keinen besseren Nachbarn vorstellen.

Dennoch war ich erstaunt, als Peters Name neben meinem auf einer offiziellen Rechnung für die Radio- und TV-Gebühren auftauchte. Als mein neuer Mitbewohner sozusagen. Bei aller Freundschaft, das geht dann doch zu weit. Ich bin überzeugt, Peter sieht das ähnlich.

Schuld an meinem neuen Mitbewohner ist Serafe. Die Firma treibt seit diesem Jahr anstelle der Billag bei sämtlichen Schweizer Haushalten die Gebühren für Radio und Fernsehen ein. Nun, der Start ist gehörig missglückt. Die neue Firma hat veraltete und unvollständige Adressdaten der kantonalen und kommunalen Einwohnerdienste verwendet. Tausende Rechnungen waren fehlerhaft – Tausende neue Mitbewohner.

Die Schuld hat die Firma jedoch nicht etwa bei sich gesucht. Wer die fehlerhafte Rechnung korrigiert haben will, der solle sich bei den Einwohnerdiensten melden, so die Schweizerische Erhebungsstelle für Radio- und Fernsehgebühren. Damit hat die Firma Serafe gleich zu Beginn viel Goodwill verspielt.

Bei den Rechnungen ihrer Vorgängerin Billag war vielleicht der Frankenbetrag höher, die Rechnung, die aber war zumindest korrekt. Nach diesem Datenchaos wünsche ich mir darum nur eins: Gebt uns die Billag zurück!