Manche mögen den Begriff schon nicht mehr hören, wir kommen doch noch einmal darauf zu sprechen: Fake News. Es ist nämlich zuzugeben, wir Journalisten produzieren sie am Laufmeter. Nicht grosse Lügengebilde, vorsätzlich konstruiert, um das Publikum zum Narren zu halten, gewiss nicht. Vielmehr ist es ein irreführender Sprachgebrauch, der uns Meldungen verbreiten lässt, die so nicht wirklich stimmen, im engen Sinn also Falschmeldungen sind, Fake News. Und keiner merkts, keinen störts. 

Nehmen wir den tragischen Fall des französischen Skirennfahrers David Poisson im vergangenen November. Er sei nach einem «Trainingssturz» gestorben, hiess es. So traurig die Tatsache des Unfalltods ist, ein Trainingssturz war kaum die Ursache. Poisson hatte wie alle Abfahrer nicht das Stürzen trainiert, sondern möglichst schnell vom Start ins Ziel zu kommen. 

Besonders häufig begegnen uns die sprachlichen Vernebelungen in den Lokalspalten. Seit Menschengedenken wird es uns eingebläut, und so ist in uns der Glaube an unser Land als ewige Festhütte fest verankert, in der am Laufmeter 50-, 75- und gar 100-jährige Jubiläen gefeiert werden. Unwidersprochen bleiben auch Berichte über gestrige Ratssitzungen, Einweihungsfeiern, Theateraufführungen etc. Von ewiggestrig hat schliesslich niemand etwas gesagt.