Kommentar

Fünf haben mehr «Pfuus» als drei

Können drei Gemeinderäte genau so viel wie fünf?

Können drei Gemeinderäte genau so viel wie fünf?

Soll eine Gemeinde statt mit mindestens fünf notfalls mit nur drei Gemeinderäten arbeiten dürfen?

In den ersten drei Jahren der jetzigen Amtsperiode sind 185 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte vorzeitig zurückgetreten. Das ist eine hohe Zahl. Die wichtigsten Gründe sind beruflicher, gesundheitlicher und persönlicher Art. Diese sind zu respektieren. Sehr oft hört man aber auch ganz direkt, die zeitliche Belastung sei zu gross. Exekutivamt, Beruf und Familie gingen nicht mehr zusammen.

Die hohe Zahl der vorzeitigen Rücktritte muss zu denken geben. Kann der Vorschlag, eine Gemeinde solle selber entscheiden können, ob ihr auch drei Gemeinderäte genügen, Entlastung bringen? Drei Gemeinderäte waren im Aargau bis 1978 möglich. 38 Gemeinden arbeiteten so. Sie mussten aber drei Stellvertreter wählen. Wenn es damals ging, warum heute nicht?

Es gibt gute Gründe dafür. So ist zum Beispiel ein Gremium mit nur drei Mitgliedern schneller als ein grösseres. Doch die Gesetzesflut, die steigende Komplexität der Geschäfte sowie wachsende Ansprüche der Bürgerschaft haben die Arbeitslast der Gemeindeexekutiven stetig steigen lassen.

Kleine und kleinste Gemeinden haben am ehesten Mühe, fünf Gemeinderäte zu finden. Doch genau sie haben auch die kleinsten und schlanksten Verwaltungen. Diese sind kaum in der Lage, den Gemeinderat mehr als bisher zu entlasten. Zudem könnte sich bei drei Gemeinderäten eine zu grosse Machtballung ergeben. Und das Risiko wäre hoch, dass die drei dann einfach für fünf arbeiten müssen. Dann würde es noch schwieriger, welche zu finden, und noch mehr würden vorzeitig aufhören.

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