Das schwarze Gold – so wird Erdöl genannt, und trotz Elektromobilen und Solarenergie bringt der Rohstoff für Förderländer noch heute grosse Gewinne. Das weisse Gold – das ist Milch für Bauern, Molkereien und Käsereien definitiv nicht. Ohne massive Subventionen des Bundes wäre die einheimische Milchwirtschaft kaum konkurrenzfähig. Allein an die Käseproduzenten wurden im letzten Jahr knapp 300 Millionen Franken an Zulagen ausbezahlt.

Dass nun ausgerechnet ein Unternehmen mit dem Namen «Milchgold» im Verdacht steht, zu Unrecht solche Verkäsungszulagen bezogen zu haben, könnte im ersten Moment ein Schmunzeln auslösen. Doch das Thema ist zu ernst dafür, denn es geht nicht nur um Geld, das allenfalls illegal von Bern nach Auw geflossen ist. Noch ist es nur ein Verdacht, dass bei der Meldung der Milchmengen geschummelt wurde. Doch es geht um grundsätzlichere Fragen, um das Vertrauen in die Landwirtschaft und in die Kontrollen des Bundes.

Der mögliche Beschiss wirft eine andere Frage auf, die noch viel grundsätzlicher ist. Die meisten Bauern in der Schweiz sind nicht reich, täglich verschwinden Höfe – obwohl die Landwirtschaft massiv subventioniert wird. Dass einige versuchen, mehr aus diesem grossen Geldtopf zu erhalten, als ihnen zusteht, ist nicht rechtmässig, aber nachvollziehbar. Nötig sind die Subventionen, weil Lebensmittel sehr günstig sind. Nur faire Preise für Milch, Fleisch, Gemüse und Früchte könnten dieses Problem lösen. Wer sich gelegentlich für den Hofladen statt für den Discounter entscheidet, leistet einen kleinen Beitrag dazu.

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