Am 25. November nahm im Aargau knapp jeder zweite Stimmberechtigte am Urnengang über die Selbstbestimmungs-Initiative der SVP und über die Wald-Initiative der Förster teil. Eine Nachbefragung zeigt jetzt nebst den Motiven für und gegen die Wald-Initiative auch auf, wer zur Urne ging.

Mit 55 Prozent nutzten Männer ihr Stimmrecht deutlich stärker als die Frauen mit 41 Prozent. Noch grösser ist die Differenz nach dem Alter. Junge nutzten diese Möglichkeit nur halb so stark wie Ältere. Dass die Älteren unsere Abstimmungsdemokratie derart wertschätzen, ist sehr gut. Äusserst schade ist dafür, dass so viele Junge das noch nicht tun. Schliesslich bekommen sie die Folgen der Urnenentscheide wie zum Beispiel zum Wald am längsten zu spüren. Genauso schade ist, dass Frauen immer noch deutlich weniger abstimmen als Männer.

Dabei gibt es gerade bei jungen Frauen herausragende Beispiele für politische Teilnahme. So rangen zwei Jungpolitikerinnen in der Abstimmungs-«Arena» des Schweizer Fernsehens glänzend um die Selbstbestimmungs-Initiative. Und morgen Freitag moderiert die Aargauer Kantischülerin Andrea Marti mit anderen Jungen die Arena. Wenn sich möglichst viele Frauen und Junge daran ein Beispiel nehmen, ist es doch ein Leichtes, in Abstimmungen mehr Einfluss zu nehmen.

Oft genug fallen Entscheide nämlich sehr knapp aus. Da können Junge und/oder Frauen das Zünglein an der Waage spielen, wenn sie einen Sachverhalt anders beurteilen als Männer. Auch hier gilt: Es gibts nichts Gutes, ausser man tut es.

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