Meiereien

Frau Lüscher als Klassenkämpferin

Dritte Klasse bei den SBB?

Dritte Klasse bei den SBB?

Frau Lüscher hat wieder angerufen. Also die Idee, dass die SBB in Zukunft wieder eine 3. Klasse anbieten könnten, so wie früher, diesen Vorschlag finde sie recht gut, sagte Frau Lüscher. Denn wer in der neuen 3. Klasse reise, habe zwar weniger Komfort, spare aber ordentlich viel Geld. Und mit fünf Personen pro Sitzreihe werde es schon etwas enger, dafür könnten aber auch mehr Passagiere befördert werden. Das mit den drei Klassen sei doch irgendwie auch sozial: Jede und jeder bekomme das, was er oder sie sich leisten könne. Wie bei der Krankenkasse. Da gebe es ja auch die drei Kategorien: «Privat», «Halbprivat» und «Allgemein». Ja, und vielleicht gebe es dann auch endlich etwas mehr Ruhe in der 1. und der 2. Klasse; ob ich verstehe, was sie meine?

«Ja», antwortete ich, «man könnte noch weiter gehen: Jugendliche bis 26 Jahre, die mit irgendwelchen vergünstigten Abonnements unterwegs sind, werden grundsätzlich nur in der 3. Klasse befördert.»

«Gute Idee», sagte Frau Lüscher; ich fürchtete schon, sie würde weitere lustige Beispiele erfinden, etwa, wen man in welcher Klasse befördern könnte oder sollte. Aber glücklicherweise hatte sie noch einen ganz anderen Vorschlag:

«Die Reisenden der 3. Klasse könnten sich auch upgraden. Wie im Flugzeug», sagte Frau Lüscher.

«Upgraden? Wie soll das denn gehen?», fragte ich.

«Ganz einfach: Man kann künftig Cumulus- und Super-Punkte auch dazu verwenden, um in eine höhere SBB-Fahr-Klasse aufzusteigen.»

Ich war beeindruckt und sagte Frau Lüscher, dass ich jetzt auflegen werde, damit sie unverzüglich mit SBB, Migros und Coop telefonieren könne.

Verwandtes Thema:

Autor

Jörg Meier

Jörg Meier

Meistgesehen

Artboard 1