Kaum hatte die neue Regierungsrätin Franziska Roth letzten Freitag Projekte für die Integration von Flüchtlingen angekündigt, machten junge Eritreer einmal mehr Negativ-Schlagzeilen: Am Freitagabend überfielen in Aarau Betrunkene einen älteren Mann und in der Nacht auf Sonntag gingen wiederum betrunkene Eritreer mit Messern aufeinander los.

Eritreer fallen der Aargauer Polizei in Kombination von Alkohol und Gewalt in letzter Zeit besonders auf. Das ist kaum ein Zufall. Aber warum gerade Eritreer? Möglicherweise kommt bei dieser Gruppe von Asylbewerbern eine explosive Mischung von Attributen zusammen: Sie sind jung, männlich und perspektivlos – und sie wissen: Fehlverhalten und mangelnder Integrationswillen wird kaum sanktioniert.

Franziska Roths Vorgängerin Susanne Hochuli (Grüne) forderte deshalb eine Art Integrations-RS. Vorläufig aufgenommene Flüchtlinge müssten zu einer solchen verpflichtet werden. Das allerdings müsste der Bund zuerst beschliessen.

Roth sagte im Wahlkampf, der Kanton müsse in Bern mehr Druck machen in der Asylpolitik. Warum nicht gleich bei der Integrations-RS ansetzen? Klar, es wäre unorthodox, die Idee einer politischen Gegnerin aufzunehmen. Aber Roth würde sich damit nicht nur ersten Respekt bei Freund und Feind verschaffen, sondern zeigen, dass es ihr ernst ist mit der Integration von Menschen, die so oder so hier bleiben.