Das Echo war gross, als im April bekannt wurde, dass das Staatssekretariat für Migration den Status von 3200 vorläufig Aufgenommenen Eritreern überprüft. Die SRF-Sendung«Rundschau» sprach von einer «Wende in der Asylpolitik. Sommaruga will Tausende Eritreer zurückschicken.» Die Rechten freuten sich, die Linken empörten sich. Wenn von Eritreern die Rede ist, gehen die Wogen hoch. Das hat Gründe: Aus keinem anderen Land sind in jüngster Zeit mehr Menschen in die Schweiz geflüchtet. Sie sind schwieriger zu integrieren als andere Flüchtlingsgruppen und stärker von der Sozialhilfe abhängig.

Die Realität ist natürlich komplizierter, als das die Schlagzeilen suggerierten. Von 250 überprüften Eritreern verlieren 20 das Aufenthaltsrecht. Die tiefe Zahl ist wenig erstaunlich, denn am diktatorischen Regime im Land hat sich nichts geändert. Zudem ist zu hoffen, dass die Schweiz die notwendige Sorgfalt anwendet und aus dem Fall der ausgeschafften Tamilen gelernt hat, die in Sri Lanka im Gefängnis gelandet sind.

Die 20 Aufhebungen bedeuten wiederum nicht, dass die Personen auch ausreisen. Eritrea akzeptiert keine Zwangsausschaffungen. Alles eine bürokratische Selbstbeschäftigung also? Nein. Denn es geht um die Akzeptanz der Flüchtlingspolitik.