Apropos

Flüchtlinge als Pfand

FDP-Nationalrat und Banker Hans-Peter Portmann.

FDP-Nationalrat und Banker Hans-Peter Portmann.

Weil die Türkei Hunderttausende Flüchtlinge von der Weiterreise via Ägäis und Balkan abhält, ist der Flüchtlingsstrom nahezu versiegt. Diesen Deal mit der EU lässt sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit Millionen vergüten.

Und wie ein Damokles-Schwert schwebt eine Drohung über den Regierungen Europas: Wehe, wenn sie losgelassen, weil der Herrscher am Bosporus die Schleusen öffnet und sich wie im Sommer 2015 Abertausende Menschen Richtung Nordeuropa auf den Weg machen!

Am Sonntag wurde bekannt, dass wieder vermehrt Flüchtlinge durch die Schweiz nach Deutschland reisen. Deutschland denkt deshalb über verschärfte Grenzkontrollen nach, was die Wirtschaft hierzulande fürchtet wie die Pest – und den Zürcher FDP-Nationalrat und Banker Hans-Peter Portmann neidisch zu Erdogan schielen lässt.

Im «Blick» von gestern forderte er eine Art Flüchtlingsdeal für die Schweiz: Der Bundesrat möge Transitflüchtlinge mit Ziel Deutschland konsequenter stoppen. Im Gegenzug könne man Deutschland ja Zugeständnisse im Fluglärmstreit um den Zürcher Flughafen abknöpfen.

Ein Schweizer Banker mimt ausgerechnet Erdogan. «Menschen gegen Anflugschneisen – nehmt ihr den Fluglärm, sonst öffnen wir die Schleusen!», so liest sich Portmann unmoralisches Angebot.

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