Die Zahl der betagten und hoch betagten Menschen steigt rasant an. Die Fortschritte in der medizinischen Versorgung, alternative Wohnformen im Alter und ambulante Angebote wie Spitex und Mahlzeitendienste erlauben es ihnen, bis ins hohe Alter mobil zu bleiben und ein selbstständiges Leben zu führen.

Die an sich hoch erfreuliche Entwicklung schlägt sich bei der Planung der Angebote für die stationäre Pflege im hässlichen Begriff des Substitutionseffekts nieder: Es wird in Zukunft zwar deutlich mehr Pflegeplätze brauchen, aber der Bedarf steigt langsamer als vor wenigen Jahren noch erwartet. Im Aargau präsentiert sich die Situation so, dass statt der prognostizierten Lücke im Angebot die aktuellen Kapazitäten der Heime nicht ausgeschöpft sind.

Die Regierung hat darauf reagiert und den Richtwert für die Pflegeheime nach unten korrigiert. Das war richtig und nötig, denn ein Überangebot an teuren Pflegeeinrichtungen zu schaffen wäre das Letzte, das man sich bei der heutigen Finanzlage leisten sollte. 

Ob tatsächlich eine Fehlentwicklung rechtzeitig verhindert wurde, ist allerdings umstritten. Es gibt markante regionale Unterschiede in der Versorgungssituation. Was hier richtig ist, muss dort nicht stimmen. Um auf die Entwicklungen flexibel und zeitnah reagieren zu können, ist ein regional abgestimmtes «Feintuning» zu etablieren. Das wurde auch erkannt, das ist den zuständigen Stellen beim Kanton zu attestieren. Einzig die Formulierung, man strebe dies mittelfristig als Ziel an, klingt etwas gar vage.