Wenn ein Bäcker einen Monat lang kein Brot verkauft, muss er handeln. Andere Rezeptur? Preisreduktion? Mehr Werbung? Aussitzen ist keine Option, wenn die Existenz bedroht ist.

Der Fussball ist nicht eins zu eins mit der Arbeitswelt vergleichbar. Die Unberechenbarkeit des Spiels gilt als mildernder Umstand. Doch irgendwann ist auch ein Fussballklub am Punkt angelangt, an dem Veränderungen zwingend sind. Beim FC Aarau ist es nach der sechsten Niederlage in Folge so weit. Der Abstieg ist kein realitätsfremdes Szenario mehr. Die Entwicklung deutet keine Trendwende an.

Die gängige Massnahme wäre die Entlassung von Trainer Patrick Rahmen, der die Missstände erkannt hat, aber keine Punkte holt. Die ungewöhnliche Massnahme wäre der Rausschmiss einiger sogenannter Starspieler, die sportlich nicht genügen und denen es an der richtigen Arbeitseinstellung fehlt. Die konsequente Massnahme wäre die Entlassung von Sportchef Sandro Burki, der als Architekt der Profiabteilung freie Hand genoss. Es gibt auf allen drei Stufen gute Gründe, einzugreifen.

FCA-Talk: «Die Spieler sind einfach nicht bei der Sache»

FCA-Talk: «Die Spieler sind einfach nicht bei der Sache»

Vor dem sechsten Spieltag steht der FC Aarau immer noch auf Feld Null: Keine Punkte, abgeschlagen Letzter in der Tabelle. Sind die Medien schuld am Debakel? Ist der Abstieg eine reelle Gefahr? Welche Rolle spielt die Klubführung im Debakel? Der stv. AZ-Chefredaktor Rolf Cavalli diskutiert mit Fussballreporter Sebastian Wendel.

Vizepräsident Roger Geissberger sagt: «Wir produzieren keine Bauernopfer.» Doch um Bauernopfer zugunsten der eigenen Besitzstandswahrung geht es längst nicht mehr: Es geht um das Überleben im Profifussball. Schönrederei und Passivität senden intern und extern das Signal aus: Die Klubführung nimmt die historische Krise tatenlos hin. Die Angestellten, allen voran die opportunistischen Spieler, glauben weitermachen zu können wie bisher. Das könnte sich als schmerzhafter Bumerang entpuppen.

sebastian.wendel@azmedien.ch

Die Spieler in der Einzelkritik nach der Niederlage gegen Rapperswil: