Was dem Badener CVP-Grossratskandidaten Reto Schmid derzeit widerfährt, musste schon mancher Politiker durchstehen. Es ist die bekannte Story, wenn sich Facebook oder eine andere Kommunikationsplattform als Falle entpuppt und gnadenlos zuschnappt. Es ist die Krux, wie man insbesondere als Person der Öffentlichkeit mit sozialen Medien umgeht und sich dort gebärdet, ohne über die eigenen Kommentare oder Bilder zu stolpern. Doch schnell wird man – wie im Falle von Reto Schmid – Opfer seiner selbst, seines Mitteilungsbedürfnisses oder seiner Extrovertiertheit. Und wer sich dabei nicht mehr spürt, ist noch weniger in der Lage, die Gefühle zu erahnen, die er durch seinen Post bei andern auslösen kann.

Reto Schmid hat mit seinen Posts schlichtweg die eiserne Regel des Internets verletzt. Und die heisst: «Erst denken, dann posten.» Welches sind nun aber die Konsequenzen dieses Fauxpas? Oder besser: Wie denkt der Wähler über diesen Mann, den er vielleicht nicht näher kennt, aber von dem er jetzt weiss, dass er einen Haifisch, der auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten steht, erlegt, dem toten Tier das Maul aufgerissen und ihn so und dann noch als Filet im Teller fotografiert hat – und dann das Ganze auf Facebook stellte?

Schwer zu sagen. Die meisten Wahlzettel für die Grossratswahlen dürften ausgefüllt sein. Was längerfristig, sprich bis zum Wahlherbst 2017 hängenbleibt, ist schwer zu sagen. Ob sich Schmid dadurch eine allfällige Ammannkandidatur selber verbaut hat, das wird sich erst noch weisen.