Die letzte «Arena»-Sendung zur No-Billag-Initiative hatte es nicht gerade in sich, aber dafür kam mehr nach ihr. Moderator Jonas Projer erhielt Drohungen, sein Kontrahent Olivier Kessler auch. Kessler beschwerte sich vor der Sendung über das geplante Setting. Interviews darf nur der Moderator machen? Der Moderator ist Billag-Profiteur und deshalb sicher nicht neutral.

Ausgewogen wäre also, wenn der Moderator mit dem Gegner ein Interview machen darf (das war auch geplant), aber der Gegner darf dann den anderen Gast (Frau Bundesrätin Doris Leuthard) interviewen? Die Opferrolle einzunehmen (von «spielen» kann eher nicht die Rede sein), ist zum TV-Lieblingssport geworden. Das ist in der Tat unsäglich, muss aber wieder mal gesagt werden. 

Interessant ist, wie Kessler das Interview mit der Bundesrätin angelegt hätte (er hat das in einem langen Facebook-Post erläutert). Er hatte ein Familien-Setting vor. Die Bundesrätin als Landesmutter, die ihre Bürger offenbar als Kinder betrachtet, denen sie vorschreiben will, was sie am TV sehen und bezahlen dürfen.

Dabei sei es doch umgekehrt. Sie sei nur da, um die Wünsche der Bürger umzusetzen. Er schrieb von «mündigen erwachsenen Bürgern». Die offenbar den «Kindern» in der Regierung vorschreiben, wie sie regieren müssen. Irgendeiner ist offenbar immer «nicht erwachsen».