Bernhard Burgener, Präsident und Eigner des FC Basel, ist die Hauptperson im Verfahren XX401 Js 143957/17 der Münchner Staatsanwaltschaft. Das letzte Verfahren dieser Behörde gegen einen FCB-Präsidenten hatte zu einem Schuldspruch geführt. Jener Mann hiess allerdings Uli Hoeness, er war und ist erneut Präsident des FC Bayern. Sein Vergehen war Steuerbetrug. Gegen Burgener wird wegen Wirtschaftsdelikten ermittelt, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Wen die Meldung über die Ermittlung gegen Burgener schockiert, hat es versäumt nachzulesen, was gerade auch diese Zeitung in den vergangenen Monaten mehrfach beschrieben hat: Wie Burgener mit seinem Kontrahenten Dieter Hahn in einen erbitterten Machtkampf verstrickt ist. Burgener-nahe Kreise haben Hahn kürzlich bei der deutschen Finanzaufsichtsbehörde Bafin angeschwärzt; Hahn-nahe Kreise denunzierten Burgener mittels Rechtsgutachten bei der bayrischen Justiz.

Natürlich ist jeweils der andere völlig im Unrecht. Beide sind sie die Biedermänner, die sich unter die Brandstifter verirrt haben.

Wenn mittlerweile zahlreiche Justizbehörden in Deutschland und in der Schweiz mit dem Konflikt befasst sind, so geht es nicht um Gerechtigkeit, sondern um Geld und Einfluss. Verträge werden nicht auf Treu und Glauben geschlossen, sondern als Berechnungsgrundlage, um zu ermitteln, was es kostet, die Verträge bei Bedarf zu brechen. Justizverfahren dienen nicht der Bereinigung von Konflikten, sondern zur Steigerung der Opportunitätskosten für die gegnerische Seite.

Es wird nach deutscher Sitte mit harten Bandagen gerungen. Was Hoeness nun mit Burgener verbindet: Er verspricht Spektakel nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch am grünen Tisch.