Der beliebte Waldspielspielplatz oberhalb von Endingen, seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für Familien, Kindergärten und Schulen, soll auf Anordnung des Kantons abgebrochen werden. Die Nachricht stösst über das beschauliche Surbtal hinaus auf Unverständnis. Die Empörung ist nachvollziehbar. In Zeiten, in denen die Digitalisierung und der überbordende Güterkonsum unseren Alltag zunehmend bestimmen, bieten Rückzugsorte wie das kleine Endinger Naturparadies der Jugend die Gelegenheit, Zalando, Instagram oder Snapchat für einige Stunden auszublenden und ihre vernachlässigten Sinne zu schärfen.

Dem Kanton vorzuwerfen, er würde mit seinem Entscheid den Bewegungsraum für unseren Nachwuchs unterbinden, greift aber zu kurz. Recht kann und muss ausgelegt werden. Es geht dabei nicht einzig um Gerechtigkeit, sondern auch um Interessenabwägungen und Ermessen – das liegt in der Natur der Sache. Das ist weder verwerflich noch ungerecht, wird aber subjektiv – wie im aktuellen Fall – so empfunden.

In der Pflicht stehen jetzt in erster Linie die Endinger Behörden. Sie sollten – wie die erhitzten Gemüter – einmal tief Luft holen, bevor sie mit Lösungsvorschlägen einen Weg aus der Sackgasse präsentieren. Nötigenfalls mit einem neuen Projekt, das die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt, so wie in Tegerfelden.