Letzte Woche wurde bekannt, dass der Bundesrat das Pendeln zu Stosszeiten verteuern will, auch im öffentlichen Verkehr. Voraussetzung ist ein elektronisches Erhebungssystem, mit dem Ein- und Aussteigen registriert und verrechnet wird. Das sei Zukunftsmusik, flötete Verkehrsministerin Doris Leuthard. Die Pilotprojekte würden 2019 beginnen, vor 2030 dürfte flächendeckendes «Mobility Pricing» kaum ein Thema sein. Wirklich?

Was für ein Zufall: Am Mittwoch kündigten SBB, Postauto und BLS einen Pilotversuch im Herbst an: Auf ausgewählten Strecken sollen Kunden einfach in Busse und Züge einsteigen können, ohne vorher ein Billett lösen zu müssen. Die Fahrten werden automatisch erfasst und nachher abgerechnet. Wie schön: einfach einsteigen, in Bahn oder Bus. Oder ins «Mobility Pricing»?

Mag sein, dass alles Zufall ist. Aber dann sollten zwei derart offensichtlich verwandte Vorhaben in Bundesämtern und Staatsbetrieben erst recht auch in der Kommunikation verknüpft werden. Oder wussten die beiden Projekte am Ende gar nichts voneinander? Und die Verkehrsministerin?