Die Herren Bundesratskandidaten müssen viel Spott ertragen. Wegen ihrer Sprach(un)kenntnisse. CVP-Ständerat Peter Hegglin hat seine Mühen mit Englisch und Französisch. «On English c’est difficult ... I denk, it is possible to make the investition …», sagte er an einer CVP-Veranstaltung letzte Woche.

FDP-Ständerat Hans Wicki kämpft mit Französisch: «Oui, bien sur, je parle français, mais je ne suis pas un ... un ... Übersetzer wie Karin Keller-Sutter», radebrechte der Nidwaldner, als er seine Kandidatur bekannt gab. Und er fügte an: «Mais je pense que le français ce n’est pas l’unique Merkmal, das ein Bundesrat haben muss.»

Bien sûr que non! Aber ein bisschen enttäuscht sind wir schon. Schliesslich machten die beiden eine Militärkarriere. Die Armee ist offensichtlich auch nicht mehr, was sie einmal war: Als Garantin für die Mehrsprachigkeit hat sie ausgedient.

Derweil punktet FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter mit ihren Französisch-Kenntnissen. Das führt so weit, dass sie die Westschweizer fast schon als eine der ihrigen ansehen. Bemerkenswert ist, was die Sprache aus «KKS» macht. In der Deutschschweiz gilt sie als kalt und unnahbar. In der Romandie als charmant und humorvoll. Und das hat allein mit der Sprache zu tun.

Als Bundesrat Alain Berset vor fünf Jahren einen Chauffeur suchte, amüsierte sich die Schweiz über das Stelleninserat. Der Chauffeur sollte nicht nur perfekt Deutsch oder Französisch sprechen. Auch Englisch- und Italienischkenntnisse waren erwünscht.

Bersets Sprecher erklärte damals: «Der Chauffeur wird in der ganzen Schweiz herumfahren und mit verschiedenen Behördenvertretern in Kontakt stehen. Es ist praktisch, wenn er sich gut unterhalten und verständigen kann.» Wie praktisch, dass Wicki und Hegglin auch einen Chauffeur bekommen – wenn sie denn gewählt werden.