Fakt ist, der Badener Stadtammann verdient deutlich mehr als Stadtpräsidenten viel grösserer Städte wie etwa Zürich oder Bern. Doch damit nicht genug: Anders als in anderen Städten kommt der Badener Stadtammann jährlich in den Genuss einer stolzen Lohnerhöhung von über 1000 Franken – ganz egal, was für einen Leistungsausweis er präsentiert.

Dieser Umstand ist für sich schon
speziell genug. Wenn aber wie im Fall von Baden am Finanzhimmel dunkle Wolken aufziehen, versteht wohl so mancher Einwohner die Welt nicht mehr. Zur Erinnerung: Vor rund zwei Jahren wurde das Sparprogramm «Optima» ins Leben gerufen, mit dem die Stadt Baden bis 2018 rund 11 Millionen Franken einsparen will. Zudem hat der Einwohnerrat für die laufende Amtsperiode ein Nullwachstum beschlossen.

Auf der einen Seite wird nun also die Strassenbeleuchtung nachts ausgeschaltet, es gibt weniger Blumenschmuck bei Trauungen und die Eintrittspreise in der Badi werden erhöht. Auf der anderen Seite kommt der ohnehin fürstlich entlöhnte Stadtammann jährlich in den Genuss einer stolzen Lohnerhöhung – das geht irgendwie nicht auf. Zu Recht fordern die Motionäre, auch der Stadtammann solle einen Sparbeitrag leisten.

In den letzten Jahren ist der Lohn von Stadträten verschiedener Städte – teils freiwillig, teils auf Druck – gesenkt worden. Das jüngste Beispiel aus der Stadt Luzern, wo der Stapi-Lohn mittels einer Initiative von 264 000 auf 220 000 Franken fixiert wurde, zeigt: Sollten die Motionäre nicht den von ihnen erhofften Erfolg erzielen, stünden noch andere demokratische Möglichkeiten zu einer Lohnkorrektur offen.